Wie wirken Ihre Geschäftsräume?

Mit dem Erscheinungsbild Ihrer Geschäftsräume prägen Sie den ersten Eindruck für neue Kunden, Gäste, Klienten, Patienten oder Geschäftspartner. Gestalten Sie dieses Ambiente professionell und passend zum Charakter Ihres Unternehmens. Dann bleiben Sie in den Köpfen Ihrer Kunden.

Corporate Identity oder "CI" wird mit Formulierungen wie Unternehmensidentität oder -persönlichkeit übersetzt und ist ein wesentlicher Bestandteil der Firmenkultur. Um das Unternehmen am Markt zu platzieren und seine Einzigartigkeit zu kultivieren, sollte jeder Bereich nach den übergeordneten Prinzipien der Corporate Identity gestaltet werden. Dies dient nicht nur der Verbesserung nach ästhetischen Gesichtspunkten, sondern schafft auch Wiedererkennbarkeit und Vertrauen bei den Kunden.

Auch die Innenarchitektur ist Teil der Corporate Identity, und zwar in der Regel ein recht langlebiger. Sie dient als ein wertvolles strategisches Instrument in der Positionierung und Differenzierung Ihres Unternehmens. In den Geschäftsräumen ist die Unternehmensidentität sogar gleich über vier Sinne erfahrbar: 

  1. Sehen: der erste, der optische Eindruck 
  2. Hören: der akustische Eindruck, z. B. Hall oder gedämpfte Töne
  3. Riechen: der olfaktorische Eindruck, welche Gerüche sind vorherrschend? und 
  4. Fühlen: der haptische Eindruck, der auch mit den Füßen stattfindet!

Eine optimierte Raumaufteilung, eine bewusste Auswahl von Baustoffen, Raumelementen, Materialien, Farben und Formen, sowie die Beleuchtung und Möblierung spielen dabei die tragende Rolle. Fühlt sich  Ihr Besucher von der Raumgestaltung angesprochen, bleiben positive Erinnerungen zurück, Ihr Unternehmen und Image betreffend. 

So kommunizieren Sie Ihr Image über die Ausstattung

Bemerkt Ihr Besucher zum Beispiel eine hohe Qualität in der Auswahl und Verarbeitung aller eingesetzten Materialien wird er diesen Eindruck auf Ihre Leistung übertragen. Zeigen Sie Transparenz mit offenen, großen Räumen wird das der Besucher auf die Zusammenarbeit mit Ihnen beziehen. Durchblicke, Sichtachsen, Glastüren stehen dafür. Erwartet Ihr Besucher hingegen Intimität, sollten Sie dieses Bedürfnis in der Gestaltung Ihrer Räume ausdrücken. Hochflorige Teppichböden schlucken den Schall, der großflächige Einsatz von Echtholz steht für hochwertige Ausstattung, dicht schließende schwere Türen bürgen für Schallschutz und Wertschätzung der Nutzer des Ortes. Dezente stimmige Beleuchtung, indirekt oder mit passenden Leuchtkörpern, rundet den Gesamteindruck ab.

Aber nicht nur die Wirkung auf Ihre Kunden sondern auch die Wirkung auf Ihre Mitarbeiter spielt eine große Rolle in der Innenraumgestaltung. Jeder Mitarbeiter nimmt - auch unbewusst - das Erscheinungsbild, das Image des Unternehmens wahr. Bietet sich dem Mitarbeiter eine funktionelle, zum Image passende Raumgestaltung, entwickelt er eine Identifikation mit seinem Unternehmen, ein "Wir-Gefühl", ein "Vertrauensbewusstsein". Denn neben dem Gehalt werden immer häufiger Faktoren wie Arbeitsklima, Lebensgefühl, Selbstverwirklichung, Spaß und Kreativität zu wichtigen Kriterien bei der Wahl und Beurteilung eines Arbeitgebers. 

EmpfangstresenEs gibt viele Möglichkeiten Ihr Erscheinungsbild im Innenraum zu gestalten, hier einige Anregungen:

  • Gezielte Platzierung Ihrer Firmenfarben oder Ihres Logos, an der Wand, im Fußboden, in Möbelelementen oder in der Beleuchtung signalisieren die Firmenidentität.
  • Bedruckte Glasflächen wirken unauffällig, aber Image prägend.
  • Die Verwendung von authentischen, zu Ihrer Philosophie passenden Materialien, unterstreicht Ihr Leitbild.
  • Funktionelle Möbelstücke und Bestuhlung vermitteln Zeitgeist und Effektivität.
  • Eigenkreationen im Innenausbau, wie eine besondere Tresenform (siehe Foto rechts), Schrank- und Sitzelemente zeugen von Kreativität.
  • Übersichtliche Orientierungs- und Leitsysteme schaffen Transparenz.
  • Ein offener und einladender Eingangsbereich vermittelt Vertrauen.
  • Einheitliche Firmenkleidung Ihrer Mitarbeiter zeugt von Zugehörigkeit und Identifikation
  • Die Gestaltung der einzelnen Arbeitsplätze betreffend, ist ein Reglement manchmal sehr notwendig.
  • Deko und Accessoires sollen nicht überhand nehmen.
  • Agieren Sie bei allen Entscheidungen eher nach dem Grundsatz „weniger ist mehr“. Aber überdenken Sie das „Wenige“ gut.


Ein Tipp für den Einsatz von Farbe 

Zusammenspiel von Licht und FarbeDie Farbwirkung hängt entscheidend von der Größe der farbigen Fläche ab, ihrer Maßstäblichkeit. Sehr bunte Farben können kleine Flächen oder Bauteile akzentuieren, auf großen Flächen wirken sie oft „erschlagend“. So lassen sich z.B. kräftige  Firmenfarben nicht immer großflächig einsetzen. Oft erfolgt die Auswahl einer Farbe auch anhand eines Farbfächers. Das erfordert allerdings viel Erfahrung, da Farben auf einer kleinen Fläche völlig anders wirken als auf einer großen Fläche. Da wird ein Blau ausgewählt, das auf den wenigen Quadratzentimetern des Fächers passend wirkt. An der Wand aufgebracht kommt dann der Schock. Zu kräftig, zu dunkel, zu intensiv. Meine Empfehlung: Ein ausreichend großer Probeanstrich vor Ort verhindert Fehlgriffe bei der Farbe.   

Übrigens: Wandfarben lassen sich von allen Investitionen im Innenraum am kostengünstigsten ersetzen. Falls doch mal ein Fehlgriff passiert, kommt die "Reparatur" also nicht allzu teuer. Und bei einem Renovierungsanstrich können Sie mit neuen Farben leicht völlig neue Raumeindrücke schaffen. 

Die Gestaltung von Geschäftsräumen mit dem Ziel einer imagegerechten Außenwahrnehmung ist eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe. Holen Sie sich dazu professionelle Hilfe von einer Innenarchitektin oder einem Innenarchtekten Ihres Vertrauens.

Über die Autorin

Ursula von Kirchbach ist Diplom-Ingenieurin und Innenarchitektin. Sie verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Ausstattung von Geschäftsräumen. Alle Fotos auf dieser Seite zeigen Objekte,
die sie gestaltet hat.
www.ibpep.de

Dipl.-Ing. Ursula von Kirchbach

Innenarchitektur, Planung gewerblicher Objekte, Gastronomie, Hotellerie, Praxisbau, Ladenbau Verwaltungsbau

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