Wer führen will, muss fühlen

"Wer andere führen will, muss zuerst sich selbst fühlen", sagt Ulrike von den Driesch, Coach und Unternehmensberaterin. Was hat Fühlen mit Führen zu tun? "Es geht um Selbstwahrnehmung: Wenn ich weiß, wer ich bin, bin ich auch als Führungskraft überzeugend." Deshalb begann ihr Kurzworkshop "Führen mit und durch Identität" beim B.F.B.M. in Köln mit einer Reise der Teilnehmerinnen zu sich selbst ...

Dabei stellte die Referentin Fragen wie „Welches Wort bringt genau auf den Punkt, wie du von anderen wahrgenommen werden willst?“, „Welcher Ratschlag hat in deinem Berufsleben Wesentliches verändert?“ oder „Was würdest du einer Führungskraft empfehlen?“ Jede Teilnehmerin notierte die Antworten für sich auf einem Blatt Papier. Anschließend gab es einen Austausch darüber in kleinen Gruppen. So entstand auch eine vertrauensvolle Atmosphäre zwischen den Mitgliedsfrauen und ihren Gästen an diesem Abend.

Intuitives Handeln führt zur eigenen Identität

Ulrike von den Driesch mit TeilnehmerinnenDie Fragen zur Identität hatten die Teilnehmerinnen schnell „aus dem Bauch“ heraus beantworten müssen. Ulrike von den Driesch: „In solchen intuitiven Reaktionen zeigt sich, wer ich als Mensch bin, welche Werte, Fähigkeiten und Einstellungen mich wirklich ausmachen. Intuitives Handeln ist immer authentisch.“

In unserer komplexen Arbeitswelt werden Hierarchien aufgebrochen, wir führen nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Kunden, Kollegen - und uns selbst. Dabei gibt es immer weniger klare Regeln für das Verhalten. Deshalb ist auch weniger vorhersehbar, welches Handeln sich als richtig erweisen wird. „Orientierung funktioniert da nicht mehr über das Außen, sondern nur noch über das Innen, über unsere Identität“, meint Ulrike von den Driesch (im Foto rechts neben dem Flipchart).

Eine Teilnehmerin lieferte ein passendes Beispiel: „Soll ich meine Mitarbeiter zu einer Feier zu mir nach Hause einladen? Ist es gut, so viel Privates preiszugeben?“ Andere Frauen berichteten daraufhin von Chefs und Chefinnen, die Mitarbeiter in ihr Leben lassen und andere, die sich abgrenzen. Beide können erfolgreiche Führungskräfte sein. Die Fragestellerin räumte ein, sich mit der Offenheit eher unwohl zu fühlen. Damit wurde auch klar, wie sie sich am besten verhält, nämlich stimmig zu ihrem Gefühl.

Fazit von Ulrike von den Driesch: „Eine Führungskraft, die gegen eigene Werte etwas tut, weil man das so tun sollte, ist als Mensch nicht greifbar und deshalb nicht überzeugend. Wir überzeugen nur, wenn sich unsere wahre Identität in unserem Handeln widerspiegelt.“

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