Überzeugend auftreten im Videomeeting

Die Infektionszahlen schießen in die Höhe und wieder geht es für viele Frauen zurück - nicht an den heimischen Herd - aber ins Homeoffice. Besprechungen finden wieder online statt und vieles von dem, was Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den ganzen Tag lang leisten, bleibt gänzlich unsichtbar. Dazu hat der B.F.B.M. mit Kommunikationstrainerin Astrid Windfuhr (Foto) gerade rechtzeitig den Workshop "Selbst-Marketing im Videomeeting" angeboten.

Die meisten Büroangestellten haben in Bezug auf Videomeetings nach all den Lockdowns sicherlich Routine entwickelt. „Bei vielen Beschäftigten - insbesondere Frauen - besteht bei dieser Art der Kommunikation jedoch immer noch ein gewisses Unbehagen: Sie haben das Gefühl, dabei nicht ausreichend zu Wort zu kommen bzw. nicht genügend Raum zu erhalten, um sichtbar zu bleiben“, fasst Astrid Windfuhr ihre Erfahrung zusammen.

Selbst-Marketing in der nonverbalen Kommunikation

Wie können wir auch online selbstsicher auftreten und unsere Interessen nachhaltig vertreten? Ein gutes Selbst-Marketing beginnt mit der nonverbalen Kommunikation: Wie sehe ich aus? Was sagt meine Körpersprache? Welche Geschichte erzählt meine Umgebung? Im Workshop erlebten die Frauen die Macht des eigenen Kamerabildes in einem Experiment. Aufgabe war es, das Bild einer Frau vor ihrem Laptop spontan zu interpretieren. Ganze Geschichten wurden aus dem stummen Bild zusammengereimt, zum Beispiel „sie ist rausgerissen worden aus Ihrem Alltag, hat gerade noch aufgeräumt und geputzt und hat sich jetzt schnell in das Meeting geschaltet“ oder „hat sich keine Mühe gegeben für das Meeting, es ist ihr offenbar nicht wichtig.“ 

Wir selbst, unsere Kleidung und die Gegenstände in unserer Umgebung bieten reichlich Stoff für (Vor-)Urteile. „Achten Sie darauf, dass im Videomeeting Ihre Erscheinung und Ihr Hintergrund die Geschichte erzählen, die Sie vermitteln wollen! Denn das stereotype Urteil, dass Ihre Gesprächspartner daraus ziehen, beeinflusst wie anschließend Ihre Redebeiträge wahrgenommen werden“, rät Astrid Windfuhr. Die Gelegenheit zum Redebeitrag muss frau allerdings auch erstmal bekommen. Grundlage dafür ist eine gute Videomeeting-Gesprächskultur.

Regeln für eine gute Gesprächskultur:

  • Alle Teilnehmer nutzen die Kamera 
  • Einen Moderator bestimmen
  • Knappe, klare Aussagen, nur das, was wirklich wichtig ist, notfalls Teilnehmer bremsen
  • Von allen Teilnehmern aktiv Antworten einholen
  • So oft wie möglich positives Feedback geben
  • Klare Ergebnisse bzw. Arbeitsaufträge sichern
  • Ergebnisprotokoll zeitnah oder direkt am Whiteboard

In Ihrem Team gelten diese Regeln (noch) nicht? Tipp von Astrid Windfuhr: „Konfrontieren Sie Ihre Vorgesetzten mit diesen Grundsätzen und fordern Sie die Einhaltung ein. Falls das als Motivation nicht ausreicht: Bieten Sie an, die Moderation einfach selbst zu übernehmen. Damit verschaffen Sie sich Raum und Redezeit und profilieren sich gleich noch als engagiertes Teammitglied!“

Weniger Beförderungen im Homeoffice

Eine Studie der Unversität Stanford, die bereits 2014 die Karriere von Mitarbeitern im Homeoffice untersucht hat, zeigt: Wer nur selten im Büro ist, wird auch nur selten befördert. Leistungen im Homeoffice sind weniger sichtbar. „Dem müssen Sie aktiv gegensteuern!“, mahnt Astrid Windfuhr. „Während eines langen Bürotags ergeben sich viele spontane Möglichkeiten, auf eigene Erfolge hinzuweisen. Wenn Ihnen aber nur das kurze Zeitfenster eines Videomeetings zur Verfügung steht, müssen sie Ihr Selbst-Marketing strategisch planen und vorbereiten.“ In einer praktischen Übung konnten die Teilnehmerinnen dazu direkt für sich individuell Ideen sammeln. Am Ende waren alle bester Stimmung: Die Beschäftigung mit den eigenen Erfolgen macht einfach selbstbewusst!

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