Souverän in jedes Gespräch

Haben Sie das auch schon einmal erlebt: Sie gehen inhaltlich gut vorbereitet in ein Gespräch, aber trotzdem ist vom ersten Moment an "der Wurm drin"? Alles läuft ganz anders, als Sie erwartet haben, aber Sie wissen nicht, warum? Wie stark ein Gespräch durch "unsichtbare" Faktoren, wie Erwartungen an den Verlauf oder das Gegenüber und die eigene Haltung beeinflusst wird, verblüfft immer wieder.

Was bringen wir in das Gespräch mit ein und was entfaltet seine Wirkung, ehe das erste Wort gesprochen wird? Das war die zentrale Frage bei dem Workshop „Souverän ins Gespräch“ mit Teamcoach Janine Ditscheid (Foto rechts) beim B.F.B.M. in Köln. Der Abend begann mit Bildern und einem kleinen Film, die verschiedene Menschen in verschiedenen Situationen zeigten. Die Teilnehmerinnen waren aufgefordert, ihre Wahrnehmungen dieser Personen zu schildern. Dabei wurde schnell deutlich, dass wir im Alltag unsere Beobachtungen sehr häufig direkt mit Interpretationen und Bewertungen verquicken. Deshalb hatte Janine Ditscheid dazu gleich eine Übung mitgebracht, in der es darum ging, diese drei Kategorien voneinander zu trennen.

Beispiel
Beobachtung: Herr Müller hat zehn Minuten lang mit mir gesprochen.
Interpretation: Herr Müller findet mich unsympathisch.
Bewertung: Herr Müller ist ein schlechter Menschenkenner.

Janine Ditscheid betont: „Es ist sehr wichtig, zwischen einer neutralen Beschreibung und Interpretationen und Bewertungen zu unterscheiden, denn eine Interpretation wird meine weitere Erwartung und mein Verhalten beeinflussen.“

Wissenschaftliche Experimente haben unter anderem gezeigt: Je nachdem, was wir von unseren Zuhörern erwarten, fällt z. B. unsere Präsentation aus. Glauben wir, ein sehr kritisches Publikum zu haben, kommen wir ins Stottern und Zögern, unser Auftritt ist weniger überzeugend. Wer sich hingegen vor einem wohlgesinnten Publikum wähnt, läuft zur Höchstform auf.

Eine offene und wertfreie Haltung macht Kommunikation erfolgreich

Was bringen diese Erkenntnisse nun für eine souveräne Gesprächsführung? Janine Ditscheid empfiehlt: „Machen Sie sich nicht allzu viele Sorgen um Ihre eigene Wirkung, das führt nur zu einer Verkrampfung. Das Geheimnis liegt vielmehr darin, dem Gesprächspartner eine offene und unvoreingenommene Haltung entgegenzubringen und eigene Interpretationen bewusst beiseite zu schieben bzw. zu hinterfragen.“ So können Sie im Gespräch alle Optionen wahrnehmen und das Beste für sich herausholen. Und wenn das Verhalten eines Gesprächspartners völlig überraschend für Sie ist? Einfach nachfragen und Feedback einholen! Wer sich traut, in einem Gespräch auf die Meta-Ebene zu gehen, wirkt immer souverän.

 

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