Selbsterkenntnis senkt Stress

Stressbewältigung beginnt mit Selbstreflexion. Das war die wichtigste Erkenntnis beim Kurz-Workshop "Gelassen und sicher im Stress" mit Coach Gudrun Grünweller beim B.F.B.M. in Köln. Bei dieser ersten Präsenzveranstaltung nach einem Jahr Pandemiepause standen folgende Fragen im Mittelpunkt: Wann gerate ich in Stress? Wie mache ich mir selber Stress oder verstärke ihn? Und wie verhalte ich mich unter Stress?

Zu zweit oder zu dritt sammelten die Frauen ihre individuellen Antworten, die anschließend zusammengetragen wurden. Die drei Fragen zielten jeweils auf eine Ebene in der „Stress-Ampel“ ab. In diesem Modell steht Rot für die so genannten Stressoren, mit denen wir alle in Alltag und Arbeitsleben konfrontiert sind. Damit sind äußere Faktoren gemeint wie Leistungsdruck durch Vorgesetzte, Zeitdruck oder persönliche Angriffe, also die Dinge, die wir nur schwer selbst ändern können. 

Analyse mit Hilfe der Stress-Ampel

Im gelben Bereich der Ampel sind die persönlichen Stressverstärker zusammengefasst. „Hier geht es um unser Mindset, um Einstellungen, Glaubenssätze oder Ansprüche an uns selbst“, erklärt Gudrun Grünweller. Beispiele für stressverstärkende Glaubenssätze: „Ich muss es allen Recht machen!“ „Ich darf mir keinen Fehler erlauben!“ „Wenn ich Nein sage, werden mich die anderen ablehnen.“ Wenn solche und ähnliche innere Einstellungen zu den äußeren Stressoren dazukommen, entsteht vermehrt individuell belastender Stress. Gudrun Grünweller: „Um Stress zu reduzieren, ist es besonders wichtig, auf dieser mentalen Ebene förderliche Gedanken und Einstellungen zu entwickeln.“

Auf der grünen Ebene der Ampel befinden sich schließlich die Stressreaktionen. Das sind meist reflexartige Abläufe wie schnelleres Atmen, Schwitzen, Schlaflosigkeit. durch weitere Kompensationsversuche wie Essen, Alkohol oder Zigaretten, die den Körper eher belasten, wird  die Erschöpfung weiter verstärkt. Diesen Stressreaktionen mit echten Entspannungstechniken entgegenzuwirken, kann schon sehr viel nützen. Gudrun Grünweller hat in ihrem Workshop dazu zwei Übungen vermittelt:

1. „Ruheort“. Suchen Sie sich dazu entweder einen realen Ort in Ihrer Wohnumgebung oder mit Hilfe von Fotos bzw. in der Erinnerung einen imaginären Rückzugsort. Begeben Sie sich für einige Minuten dorthin und tun Sie - nichts!

2. „Genießen lernen“. Dabei hilft ein Stück Obst, z. B. eine Mandarine. Erfassen Sie die Frucht mit allen Sinnen: Betrachten Sie sie genau, ertasten Sie die Oberfläche, ritzen Sie die Schale mit dem Fingernagel und riechen Sie daran, schließlich essen Sie ein Stück und konzentrieren Sie sich dabei sowohl auf den Geschmack als auch auf die Konsistenz am Gaumen.

Die Teilnehmerinnen beschrieben Ihre Erfahrungen bei der Genuss-Übung mit „Freude“, „kindliche Neugier“ und „Gelassenheit“. „Solche kurzen Achtsamkeitsübungen unterbrechen die Anspannung, danach ist man erfrischt, hat wieder einen klaren Kopf“, erklärt Gudrun Grünweller. Entsprechend entspannt und mit einem Lächeln im Gesicht gingen die B.F.B.M.-Frauen und ihre Gäste dann nach Hause.

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