New Leadership ist weiblich!

Der Umgang mit einer zunehmend unberechenbaren und komplexer werdenden Welt ist eine enorme Herausforderung. Um sie zu bewältigen, brauchen wir im Business andere Führungskompetenzen, mehr nachhaltige Entscheidungsprozesse und eine neue Gestaltung von Organisationen. Wie das mit agilen Methoden und weiblichen Verhaltens-Prinzipien gelingen kann, hat IT-Expertin und Coach Vera Hofheinz in einem Online-Vortrag beim B.F.B.M. erklärt.

Vera Hofheinz„Inzwischen ist es in allen Branchen wichtig für geschäftlichen Erfolg, sehr schnell auf Veränderungen eingehen zu können, das heißt, erforderlich ist ein hohes Maß an Flexibilität bei Entscheidungsprozessen.“, erklärt Vera Hofheinz (Foto rechts). Sehr gut dafür geeignet sind agile Methoden, die in der IT-Branche entwickelt und in den letzten Jahren in vielen Unternehmen eingeführt wurden. Die bekannteste und am häufigsten angewandte Methode ist Scrum. Dabei entscheidet ein Umsetzungsteam eigenverantwortlich, welche Aufgaben es in einem zweiwöchigen Zeitraum („Sprint“) bearbeiten will. Am Ende des Zeitraums werden die Ergebnisse vorgestellt und ausgeliefert, um dann in einem nächsten Sprint die neu priorisierten Anforderungen umzusetzen. Dieses Arbeiten in kurzen Zyklen ermöglicht ein schnelles Reagieren auf veränderte Herausforderungen.

Gefragt ist eine wertschätzende und lösungsorientierte Haltung

„Methoden wie Scrum funktionieren aber nur dann gut, wenn alle Beteiligten eine offene, wertschätzende und lösungsorientierte Haltung - ein agiles Mindset - gegenüber Kolleginnen und Kollegen einnehmen.“, gibt Vera Hofheinz zu bedenken. Sie empfiehlt deshalb eine „Liason“ von agilen und systemischen Methoden. „Vereinfacht gesagt, badiert die systemische Grundhaltung basiert auf der Überzeugung, dass es keine einzige objektive Wahrheit gibt, sondern verschiedene Perspektiven, die gleichberechtigt nebeneinander stehen.“ Typisch für eine systemische Vorgehensweise zur Lösung von Problemen ist es, zunächst Beobachtungen und Informationen zu sammeln, um auf dieser Basis Interventionen zu planen, umzusetzen und dann die Reaktionen darauf wieder zu beobachten. Darauf aufbauend werden neue Hypothesen gebildet und neue Interventionen geplant. Beide Ansätze – agile Methoden und systemische Organisationsentwicklung – funktionieren nur dann, wenn sich die Haltung von Führung entsprechend verändert. Vera Hofheinz: „Wenn die Liason von agilen Methoden und systemischer Haltung gelingt, entsteht eine neue Qualität von Führung: New Leadership!“

Weibliche Verhaltens- und Führungs-Prinzipien passen zu den neuen Anforderungen

Und wer ist am besten für diese neue Art von Führung geeignet? Die Frauen! Vera Hofheinz: „Für New Leadership bringen Frauen intuitiv die richtigen Kompetenzen mit.“ Nach einer von dem amerikanischen Unternehmensberater und Autor John Gerzema initiierten Studie mit über 100.000 Beteiligten weltweit sind dies die Prinzipien, die weibliches Verhalten prägen:

  • Fähigkeit, in komplexen Zusammenhängen zu denken und zu handeln
  • Fähigkeit zur Kollaboration
  • Vernetztes Arbeiten
  • Hohe Flexibilität
  • Leidenschaft für die Sache
  • Empathisch & emotional

Typisch männlich ist hingegen ein eher hierarchisches Denken und eine stärkere Wettbewerbsorientierung, die oft auch mit aggressivem Verhalten einhergeht. Frauen und weibliche Führungsprinzipien werden dringend für moderne Führungsrollen und Organisationen gebraucht! In der gegenwärtigen Arbeitswelt sind aber die meisten Führungskräfte - nämlich 80% - immer noch männlich und männliche Führungsprinzipien leider immer noch der Standard. Wie kommen wir als Frauen in dieser männlich geprägten Welt jetzt weiter nach vorne? Die Antwort von Vera Hofheinz ist so verblüffend wie einfach: „Mit agilen Methoden und einer systemischen Haltung, also genau den Qualitäten, die im New Leadership gefragt sind!“ Aufstiegswilligen Frauen rät sie folgendes:

  • Einen Plan für die eigenen Karriereschritte aufstellen, immer wieder überprüfen und anpassen
  • Wertschätzung auch für männliche Sichtweisen und Verhaltensprinzipien aufbringen, gleichzeitg ein Bewusstsein für weibliche Prinzipien schaffen und die eigenen Kompetenzen lösungsorientiert einbringen
  • Immer wieder Dinge ausprobieren, das Ergebnis reflektieren und das eigene Verhalten anpassen

Und auch ganz wichtig: „Freude, Leichtigkeit und Humor nicht vergessen!“

Kommentare
Name:
E-Mail:
Website:
Kommentar: