Mit Komplexität erfolgreich leben

Dass unsere Arbeitswelt immer komplexer und dynamischer wird, ist wohl schon jeder und jedem aufgefallen, aber wie sollen wir damit umgehen? Märkte, Kundenerwartungen, sowie technische und politische Rahmenbedingungen ändern sich immer schneller und verlangen ständig Reaktionen von uns. Der B.F.B.M. in Aachen hat dazu einen Themenabend mit der Unternehmensberaterin Renate Henning ausgerichtet.

Der Titel des Vortrags von Renate Henning lautete „Dynaxity im Berufsleben von Frauen“. Das Kunstwort "Dynaxity" ist bereits seit Ende des 20. Jahrhunderts ein feststehender Begriff, es verschmilzt die beiden Begriffe "Dynamik" und „Komplexität". „Als Phänomen ist Dynaxitiy aktueller denn je, denn jetzt ist es im alltäglichen Leben aller berufstätigen Menschen wahrnehmbar“, erklärt Renate Henning Senior Consultant bei P3 OSTO. Wie schnell sich ein Markt verändern kann, zeigt sie am Beispiel des Technologiekonzerns Samsung: Innerhalb von nur 1,5 Jahren hat der Handy-Hersteller - außer Apple - alle anderen Konkurrenten vom Markt verdrängt - mit weitreichenden Folgen für Verbraucher und Industrie.

Neue Entwicklungschancen oder Chaos?

Dynamische Faktoren, die von verschiedenen Seiten auf die Arbeitswelt von heute wirken, sind zum Beispiel Digitalisierung, Zuwanderung, Social Media, aber auch neue Familienmodelle oder eine alternde Gesellschaft. Je nachdem, wieviel Einfluss zusätzlich die verschiedenen Dynaxity-Treiber wie freier Kapitalverkehr, ständig verfügbare Kommunikation oder wachsende Mobilität haben, bildet sich ein positiv-dynamisches Umfeld, das neue Entwicklungschancen bietet, oder es entsteht Chaos.

„Dynaxability“ ist die Fähigkeit, mit Dynamik und Komplexität erfolgreich umzugehen, ohne ins Chaos abzurutschen. Renate Henning: „Dazu müssen sich Unternehmen von herkömmlichen hierarchischen Strukturen verabschieden und sich zu lebendigen, flexiblen Systemen entwickeln.“

Das geht zum Beispiel mit einer Struktur von gleichberechtigten Teams, die sich je nach aktuellem Bedarf vernetzen und abstimmen. In einer Dynaxity-Welt gibt es auch keine allgemeingültigen Rezepte mehr, wie man Probleme löst. Es macht inzwischen mehr Sinn, laufende Prozesse - quasi in Schleifen - immer wieder zu hinterfragen und an geänderte Anforderungen anzupassen. „Dynaxability bedeutet aber auch“, räumt Renate Henning ein, „mit Widersprüchen leben zu lernen und Unsicherheiten auszuhalten.“

Und wie ergeht es Ihnen?

Welche Erfahrungen haben Sie mit Dynamik und Komplexität in Ihrem persönlichen Arbeitsumfeld? Wie gut sind Frauen für die neuen Herausforderungen gerüstet? Und in wieweit können Frauen von „Dynaxity“ profitieren? Nutzen Sie die Kommentarfunktion unter diesem Artikel, um mit uns zu diskutieren!

 

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