Haben Frauen Angst vor Social Media?

Für kleine Unternehmen und Solo-Selbstständige hat die Digitalisierung vor allem für das Marketing Bedeutung. Soziale Medien bieten enorme Multiplikationsmöglichkeiten für die Selbstdarstellung, und das für wenig Geld. "Leider nutzen Frauen die Möglichkeiten noch viel zu selten und zu vorsichtig", meint Nasanin Bahmani, Expertin für IT-Sicherheit.

Nasanin BahmaniZum Auftakt des B.F.B.M.-Jahrestreffens in Aachen hielt Nasanin Bahmani (Foto) einen Vortrag mit dem provokanten Titel „Verschlafen wir Frauen die Digitalisierung?“ Darin motivierte sie Mitgliedsfrauen und Gäste zu einem selbstbestimmten, aber auch selbstbewussten Umgang mit digitalen Medien. In Bezug auf Facebook, Twitter und Co. sind viele Geschäftsfrauen eher scheu und trauen sich nicht, sich und ihre Leistungen offensiv zu präsentieren. Nasanin Bahmani appelliert: „Doch: Tun Sie genau das! Die Männer machen es auch!“ Neben der falschen Bescheidenheit sind es auch häufig Sicherheitsbedenken - etwa die Angst vor einem „shitstorm“, die Frauen davon abhalten, in den sozialen Medien aktiv zu werden. 

Selbst-Vermarktung über Social Media, mündig und sicher

Mit diesen diffusen Ängsten räumte Nasanin Bahmani in ihrem Vortrag gründlich auf. Zunächst gibt es ein paar gesetzliche Regeln, die jede Geschäftsfrau im Netz beachten sollte. Die betreffen personenbezogene Daten und Bilder. Namen und Fotos von Dritten (z. B. „Gestern war ich mit Marita Mustermann auf Kneipentour“) darf man nicht einfach veröffentlichen. Dagegen könnten die Betroffenen vorgehen. Nasanin Bahmani rät: „Seien Sie also vorsichtig, z. B. mit der Darstellung von Kunden oder bitten Sie vorher um Erlaubnis.“ 

Und wie sollten wir uns selbst in den sozialen Medien darstellen und verhalten? „Ganz einfach: So wie sonst im Leben auch! Vernünftig, vorsichtig und mit Maß“, sagt die Expertin. 

„Posten Sie zum Beispiel nur Bilder, die Sie auch Ihrer Tante beim Nachmittagstee zeigen oder an die Presse geben würden. Sie selbst entscheiden, welche Informationen Sie weitergeben. Machen Sie von dieser Freiheit Gebrauch und bestimmen Sie selbst, wie und wobei andere Sie sehen sollen.“ 

Das gleiche gilt auch für die Verknüpfung von Informationen. Die Expertin empfiehlt z. B. auf Facebook den privaten und geschäftlichen Account oder die Seite, die sie für ein Ehrenamt betreiben, voneinander zu trennen. Damit erübrigt sich auch die Sorge vor einem „shitstorm“: Vernünftig durchdachte geschäftliche Informationen provozieren keine Hasswelle. Und Nasanin Bahmani fügt hinzu: „Kritik gibt es übrigens nicht nur in den sozialen Medien, Kritik erreicht Sie auch auf anderen Kanälen.“

 

Kommentare
    • Vera Nentwich 2. Oktober 2017 10:24

      Hallo, die These von Frau Bahmani, dass Frauen Angst vor Social Media hätten, kann ich so aus meiner täglichen Erfahrung nicht unterschreiben. Frauen sind von je her kommunikativer als Männer. Ich bewege mich intensiv im Social Media und begegne viel mehr Frauen, die versuchen, diese neuen Kanäle für sich zu nutzen, als Männern. Es scheint mir eher so, dass eine neue Generation von Geschäftsfrauen heranwächst, für die Social Media die Basis des Geschäftes ist. Frauen wie Daniela Sprung, bloggerabc.de, oder Katharina Lewald, katharine-lewald.de, u.v.a.m. machen es vor. Es ist also wohl eher ein Generationen- denn ein Geschlechterproblem. Herzlichen Gruß, Vera Nentwich

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