Gleichberechtigung stagniert weltweit

Die so genannte "Gender Gap", d. h. die Gleichstellungslücke zwischen den Geschlechtern, hat sich im vergangenen Jahr weltweit kaum verringert. Das wird in der aktuellen Ausgabe des "Global Gender Gap Report" des Weltwirtschaftsforums deutlich. Auch in Deutschland macht die Gleichberechtigung nur langsame Fortschritte.

Seit 2006 werden jährlich vom Weltwirtschaftsforum (WEF) weltweit Daten zur Gleichstellung erhoben und im „Global Gender Gap Report“ veröffentlicht. Dabei werden folgende Kriterien überprüft: Politischer Einfluss, wirtschaftliche Teilhabe, Bildungsmöglichkeiten und Gesundheit. Am stärksten sind Frauen weltweit beim politischen Einfluss benachteiligt. Beim Zugang zu Bildung und Gesundheit sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern hingegen überall geringer.

Die Lage in Deutschland

Auf der Rangliste der Länder, die das höchste Maß an Gleichberechtigung aufweisen, rutschte Deutschland in 2018 von Platz 12 auf Platz 14. Das ist vor allem auf eine geringere politische Teilhabe der Frauen hierzulande zurückzuführen. Der Frauenanteil in Deutschen Parlamenten ist in 2018 gesunken. Spitzenreiter der Rangliste ist seit zehn Jahren Island. Vor Deutschland sind aber auch Länder wie Nicaragua oder Namibia platziert.

Relativ gute Werte hat Deutschland noch, was die Frauenerwerbsquote betrifft. Einen Spitzenplatz belegt Deutschland jedoch nur bei einem einzigen Detail-Kriterium, nämlich beim weiblichen Anteil der Erwerbstätigen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Der beträgt sogar etwas mehr als 50 Prozent.

Leicht verbessert hat sich laut „Gender Gap Report“ - sowohl in Deutschland als auch weltweit - die wirtschaftliche Chancengleichheit von Frauen. Dazu passt, was die „Welt am Sonntag“ jetzt berichtet hat: Der Anteil der Frauen in Deutschland, die mehr verdienen als ihre Ehemänner oder Partner steigt. Zwischen 2003 und 2017 ist die Zahl der Paare mit einer Frau als Hauptverdienerin von 11 auf 14,4 Prozent gestiegen. Der Anteil der Paare, bei denen beide Partner etwa gleich viel verdienen, stieg im gleichen Zeitraum von 9 auf 10,6 Prozent. 

Kommentare
    • Ellahe Engel-Yamini January 26, 2019 9:43 AM

      Weltweit werden Resourcen verbraucht, als ob es kein Morgen gäbe. Frauen sind eine Resource, oder werden so behandelt wie eine. Zunehmender Konkurrenz und Individualisierung in der Arbeitswelt. Die Arbeit, ein Ausdruck der Selbstwirksamkeit ist zunehmend davon entfernt. Junge Frauen verleiren die Lust an der Erwerbsarbeit. Sie spielen lieber mit ihren Kindern und bleiben zu Hause, als sich mit hirarchischen Typen und sexistischen Sprüchen herum zu schlagen. So höre ich es. Frauen haben mehr Rollen-Auswahl als Männer. Nicht die optimale Lösung, aber besser als Burnout. Die Arbeitswelt ist einfach immer noch unmenschlich und kalt. Unten wie oben. DAS muss geändert werden.

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      • Titia January 31, 2019 3:43 PM

        "Frauen haben mehr Rollen-Auswahl als Männer." Wow, so habe ich das tatsächlich noch nie betrachtet. Wieviele Sichtweisen es doch geben kann. Ich lass das jetzt mal durch dem Kopf gehen. Ich muss dabei gestehen, dass ich genau heute Morgen einige Gedanken in mein Tagebuch notierte die in eine ähnlich gelagerte Richtung gingen. Wo ich diese Woche gefragt wurde, was ich momentan mache, habe ich folgende Antwort gegeben: "Ich mache gerade einen Mini-Retirement, ganz Tim Ferris-Style." Ein wenig musste ich dabei schon grinsen, schließlich könnte man auch viele andere Definitionen nehmen. Stay-at-Home Mom, Arbeitslos, "In between Jobs", in einer Re-orientierunsphase, oder in meinem Fall "Ich schreibe gerade einen Buch." Also schriebe ich als Überschrift: I am all THAT. Ich bin all dies und noch viel mehr. Hauptsache ist tatsächlich, dass was auch immer wir tun, wir uns selbst dabei nicht verlieren. Es muss nicht immer Spaß machen, es muss nicht immer gut verdienen, es muss auch nicht zwingend unsere "große Passion" sein, aber es muss zu uns passen. Zu dem Zeitpunkt an dem wir uns befinden. Das genau das sich immer mal wieder wandelt ist auch klar. So braucht es ab und an Mut zur Veränderung. Sowohl für Frauen als für Männern.

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