Frauenverbände: Gemeinsam stark

Mitreden, politisch etwas bewegen, die Gleichstellung der Frauen weiter voranbringen, das wollen viele Frauen. Frauenverbände wie der B.F.B.M. sind ein guter Ort dafür: Wir fördern den Informations- und Erfahrungsaustausch, wir halten Kontakt untereinander und stärken uns gegenseitig in der Durchsetzung unserer eigenen Interessen. Aber es geht noch mehr ...

„Die Vertretung frauenpolitischer Positionen zeigt deutlich mehr Wirkung, wenn der eigene Verband seinerseits Mitglied in einem oder mehreren Dachverbänden ist“, erklärt Elisabeth Thesing-Bleck. „Dann wird aus Netzwerkarbeit tatsächlich Lobbyarbeit!“ In ihrem digitalen Vortrag „Gemeinsam stark, gemeinsam mitbestimmen“ beim B.F.B.M. in Aachen (Link zur Original-Präsentation unter dem Artikel) hat sie ihre Erfahrungen aus ihrer eigenen frauenpolitischen Lobbyarbeit weitergeben. Die studierte Apothekerin ist seit vielen Jahres Mitglied im B.F.B.M., und sie hat viele Jahre ihren Heimatverbandim Frauennetzwerk in der StädteregionAachen, im FrauenRat NRW und im Deutschen Frauenrat vertreten.

So funktioniert die Hierarchie von Frauenorganisationen

„Die unterste Stufe sind kleine oder größere Zusammenschlüsse von Frauen“, erklärt Elisabeth Thesing-Bleck. „Diese Vereine oder Verbände können ihrerseits Mitglied in übergeordneten Gremien werden.“ Je nach Größe können sie eine oder mehrere Delegierte in eine übergeordnete Dachorganisation entsenden. Für die Mitgliedschaft im FrauenRat NRW ist zum Beispiel Voraussetzung, dass der Mitgliedsverband auf Landesebene organisiert ist und in der Satzung der Nachweis "spezifischer Frauenarbeit" verankert ist.

Landesfrauenräte gibt es in jedem Bundesland. Sie erarbeiten in eigenen Gremien verschiedene Inhalte mit vorwiegend landespolitischem Bezug. Die Ergebnisse können dann in der Konferenz der Landesfrauenräte (KLFR), die einmal im Jahr tagt, untereinander abgestimmt werden. Die Landefrauenräte sind nicht direkt mit dem Deutschen Frauenrat in Berlin verbunden, sie sind jeweils als eigenständige Vereine organisiert. Diese Dachverbände der bundes- und Landesebene bestehen nebeneinander und arbeiten komplett selbstständig. Eine Verknüpfung der Zusammenschlüsse ergibt sich über die Arbeit an gleichen Themen und Zielen.

Die Bundesebene: Der Deutsche Frauenrat in Berlin

Die wichtigste Lobby für die Frauen in Deutschland ist der Deutsche Frauenrat (DF) mit Sitz in Berlin. Mitglied im Deutschen Frauenrat können Verbände und Vereine werden, die zum Zeitpunkt der Aufnahme einen Frauenanteil von mindestens 90 Prozent haben sowie Organisationen, deren Satzung eine eigene Interessenvertretung von Frauen vorsieht. Außerdem muss der Zusammenschluss in fünf oder mehr Bundesländern arbeiten sowie eine mindestens zweijährige Tätigkeit auf der Bundesebene nachweisen. Dieser Dachverband zählt aktuell 59 Mitgliedsverbände. Hierzu gehören konfessionelle Zusammenschlüsse, Berufsverbände sowie die Frauengruppen der demokratischen, politischen Parteien, der Gewerkschaften und des Deutschen Olympischen Sportbundes. 

Die Vorgänger-Organisation des DF besteht bereits seit 1951. In diesem Jahr schlossen sich mit Unterstützung der Alliierten vierzehn Frauenverbände zum „Informationsdienst für Frauenfragen e.V.“ zusammen. Unterstützt wurde dieses Bündnis von den Frauenreferaten der britischen und amerikanischen Hochkommissariate. Die Nachfolgeorganisation mit dem Namen Deutscher Frauenrat ist heute bei allen Frauen bezogenen Themen die wohl wichtigste Stimme in den Debatten und an vielen politischen Entscheidungsprozessen beteiligt. Oft wird dieser Lobbyverband von den zuständigen Ministerien aber auch von der Kanzlerin selbst um eine Stellungnahme zu aktuellen Fragen gebeten. So hat der Deutsche Frauenrat beispielsweise seine Vorstellungen in die deutsche Ratspräsidentschaft der EU einbringen können.

International: UN Women in New York

Auf die Frage, wie sich denn eine einzelne Frau in solchen Organisationen politisch bemerkbar machen kann, lautet Elisabeth Thesing-Blecks eindeutige Antwort: „Wenn wir als einzelne Bürgerin unsere Interessen vertreten wollen, dann müssen wir uns in Netzwerken und in schlagkräftigen Organisationen zusammenschließen. Nur wenn wir uns über Vereine und Verbände Zugang zu den übergeordneten Strukturen verschaffen, können wir auch politisch Einfluss nehmen. Und mit Energie und Engagement schafft frau es vielleicht sogar über die regionalen und nationalen Frauenstrukturen hinaus bis zu den UN Women in New York.“

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