Frauenquote für Vorstände geplant

Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht haben in einer gemeinsamen Initiative einen Gesetzentwurf vorgelegt, der mehr Frauen den Weg in die Vorstandsetagen von Wirtschaftsunternehmen ebnen soll. Der aktuelle Gesetzentwurf sieht eine verbindliche Geschlechterquote nicht nur für Aufsichtsräte, sondern auch für Vorstände von börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen vor.

Das 2016 in Kraft getretene Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen (FüPoG) hatte zwar eine gesetzliche Quote für Aufsichtsräte festgelegt, aber nur eine freiwillige Zielgröße für Frauen in Vorständen.

Während dadurch der Frauenanteil in den Aufsichtsräten tatsächlich auf 30 Prozent gestiegen ist, hat sich in den Vorständen deutscher Unternehmen kaum etwas bewegt, hier beträgt der Frauenanteil magere 7,8 Prozent. Das soll sich nun durch die neue Gesetzesinitiative ändern: In Vorständen von Konzernen mit mehr als 2.000 Beschäftigten und mehr als drei Vorstandsmitgliedern muss künftig eine Frau vertreten sein.

Der Deutsche Frauenrat begrüßt die Gesetzesinitiative

Dazu sagt Mona Küppers, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats (DF):

„Die geplante Neuregelung betrifft konkret 30 von 72 Unternehmen, nämlich all diejenigen, die bislang noch keine Frau im Vorstand haben. Dreißig Frauen! Das müsste machbar sein. Daher erwarten wir ein positives Signal aus den Vorstandsebenen. Eine tatsächliche gleichberechtigte Beteiligung von Frauen an Führungspositionen erreichen wir aber erst, wenn der Geltungsbereich der festen Quote ausgedehnt wird: auf Aufsichtsräte, Vorstände und mindestens die beiden darunterliegenden operativen Ebenen – und zwar nicht nur in börsennotierten oder mitbestimmungspflichtigen Unternehmen der Privatwirtschaft, sondern in allen Unternehmensrechtsformen. Nur so kann sich das volle Potenzial von Frauen für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes entfalten.“

Der neue FüPoG-Entwurf sieht weiter vor, die bisherige 30-Prozent-Quote für Aufsichtsräte auf alle paritätisch mitbestimmten Unternehmen auszuweiten. Unternehmen, die keine Frauen in Aufsichtsrat und Vorstand aufnehmen, müssen dies zukünftig begründen und die Begründung veröffentlichen. Bei Nichteinhaltung drohen hohe Bußgelder.

Über die aktuelle Gesetzesinitiative hinaus fordert der DF verbindliche Gleichstellungspläne für Führungspositionen und Vorstände in allen deutschen Unternehmen, die mit wirksamen Sanktionsmechanismen untersetzt sind.

 

Kommentare
Name:
E-Mail:
Website:
Kommentar: