Frauen MACHT mit!

"In Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ist es wichtiger als je zuvor, dass wir - Frauen und Männer - die Chance ergreifen, die Zukunft gemeinsam erfolgreich zu gestalten", sagt Coach und Kommunalpolitikerin Dorothea Maisch. Aber warum gibt es immer noch so wenig Frauen in mächtigen Positionen? In einem Online-Workshop des B.F.B.M. zeigte sie uns, was das Gewinnen und Erhalten von Macht mit Statusverhalten zu tun hat.

In der Art, wie wir uns selbst nach Außen präsentieren, gibt es einen Hoch-, einen Gleich- und einen Tiefstatus. Woran lässt sich der jeweilige Status erkennen?

Inhalt und Sprache: Komplexe Inhalte, elaborierte Sprache, aber auch formulierte Machtansprüche und bestimmende Äußerungen kennzeichnen hier den Hochstatus. Ein niedriger Status ist eher geprägt von vorsichtigen Äußerungen im Konjunktiv. Dorothea Maisch: „Auch wie wir mit Informationen umgehen, sagt etwas über unseren Status aus. Einflussreiche Menschen überlegen sich genau, an wen sie welche Informationen weitergeben und was sie damit erreichen wollen.“

Körpersprache, Stimme und Verhalten: Wer sich im Hochstatus befindet, hat eine raumgreifende Körpersprache, eine laute, ruhige Stimme, genießt Aufmerksamkeit und unterbricht auch schon mal Gesprächspartner. Der Unterschied zum Tiefstatus zeigt sich zum Beispiel, wenn jemand zu spät zu einer Sitzung kommt: Der Tiefstatus schleicht sich schnell auf leisen Sohlen herein, der Hochstatus geht aufrecht und langsam und macht vielleicht sogar durch Gestik oder Geräusche auf sich aufmerksam.

Symbole: Symbole der Macht sind zum Beispiel große Autos, teure Uhren oder ein persönlicher Parkplatz auf dem Firmengelände. „Diese Symbole unterliegen der Veränderung von gesellschaftlichen Werten“, erklärt Dorothea Maisch (im Foto links). „Inzwischen sollte es eher ein E-Auto sein oder eine Bahncard 100 für die 1. Klasse oder gleich ein luxuriöses Fahrrad. Die Symbole werden ausgetauscht, aber ihre Bedeutung für den Status bleibt erhalten.“

Das Machtspiel verstehen

Dorothea MaischDas Agieren aus dem Hochstatus ist ein Machtspiel. Männer kennen sich damit meist gut aus, während Frauen von ihrer Erziehung her eher auf Tiefstatus programmiert sind. „Um erfolgreich zu sein, müssen Frauen die Regeln dieses Machtspiels aber kennen und sie sich zunutze machen“, erklärt Dorothea Maisch. Unsere Gesellschaft verbindet mit bestimmten Rollen einen bestimmten Status, zum Beispiel mit Führungskräften. Wird der Status, z. B. von einer Frau, die eine Führungsrolle innehat, durch ihr Auftreten nicht erfüllt, wird sie als weniger durchsetzungsstark und kompetent wahrgenommen. Dorothea Maisch rät: „Nehmen Sie die Privilegien an, die zur Rolle gehören!“ Das kann ein Einzelbüro sein, eine besondere Ausstattung oder ein Dienstwagen.

Hilfreich ist außerdem, die unterschielichen Kommunikationsformen von Männern und Frauen zu kennen: Männer kommunizieren hierarchisch, Frauen kommunizieren im Netzwerk. Deshalb ist es schlau, in einer männlich dominierten Runde immer die Nummer eins, also den wichtigsten Mann direkt anzusprechen. Bei diesem Vorgehen stehen die Chancen am besten, dass die Botschaft ankommt und Vorschläge positiv aufgenomemen werden.

„Das wichtigste beim Statusspiel ist jedoch eine Status-Flexibilität“, betont Dorothea Maisch. Die Fähigkeit, das eigene Status-Verhalten situativ je nach Zielgruppe anzupassen, zeugt von Führungskompetenz. Und schließlich geht es auch darum, situativ zu entscheiden, welches Auftreten uns selbst guttut. Fazit der Referentin: „Finden Sie Ihren Wohlfühl-Status!“

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