Corona-Krise: Finanzielle Strategien

Sehr viele Selbstständige sind finanziell von der Corona-Krise gebeutelt. Insbesondere die Soloselbstständigen treibt die Frage um, wie sie ihre Existenz sichern können. Die Unterstützungsprogramme der Regierung sollen helfen, werfen aber erst einmal viele Fragen auf. Bei einem virtuellen Themenabend des B.F.B.M. hat Steuerberaterin Maxi-Marine Stamer dazu Antworten gegeben.

Die Bundesregierung hat Milliarden schwere Unterstützungsprogramme aufgelegt. Doch das Angebot ist unübersichtlich. Viele fragen sich: Welches Angebot passt zu mir? KfW-Kredit oder Überbrückungshilfe? Worauf habe ich Anspruch und wie sollte ich vorgehen? Und was bringt mir die Beantragung von Steuerstundungen? Maxi-Karine Stamer (Foto links), stellvertretende B.F.B.M.-Bundesvorsitzende und Steuerberaterin in einer großen Kanzlei, hat Mitgliedsfrauen und Gäste jetzt bei einer virtuellen Veranstaltung dazu live beraten.

„Was jeweils die beste Lösung, ist natürlich individuell unterschiedlich“, erklärt Maxi-Karine Stamer. „Mein genereller Tipp ist jedoch für alle, vorausschauend zu planen.“ 

Über folgende Punkte sollten sich Selbstständige Klarheit verschaffen:

  • Wann muss ich z. B. den Restbetrag der Soforthilfe zurückzahlen? Kenne ich jemanden, der oder die das Formular schon erhalten hat und mir Einsicht geben kann? „So bekommt ihr eine Idee, was auf euch zukommen kann. Im Moment solltet ihr aber in Sachen Rückzahlung noch nichts Konkretes unternehmen. Seitens der Finanzbehörden liegt das Verfahren zurzeit auf Eis.“
  • Wann holen mich gestundete Steuerzahlungen ein? Wann werden die vereinbarten Teilbeträge fällig?
  • Und ganz wichtig: Wann kann ich mit welchen Einnahmen rechnen?

Fallen zum Beispiel fällige Rückzahlungen und/oder nachzuzahlenden Steuern in einen einnahmeschwachen Monat, kann es sinnvoll sein, zusätzlich noch einen zinsgünstigen KfW-Kredit (zwischen 1 und 2 %, Beantragung über die Hausbank) oder weitere Steuerstundungen zu beantragen. „Das kann auch eine Lösung sein für Selbstständige, die von ihrer Soforthilfe größere Ausgaben getätigt haben, die sich als nicht förderungsfähig herausgestellt haben“, erklärt Maxi-Karine Stamer. Das betrifft zum Beispiel größere, nicht coronabedingte Investitionen. 

Die Frist für die Rückzahlung der Soforthilfe kann sich durch die Nachbesserungen, die zur Zeit vorgenommen werden, übrigens auch bis ins neue Jahr verschieben. Dann sollten Selbstständige überlegen, was steuerlich für sie günstiger ist: Eine Rückzahlung vor dem 31.12.2020 oder im neuen Steuerjahr.

Am Ende der Veranstaltung blieb noch genügend Zeit für individuelle Fragestellungen, zum Beispiel für wen die neue Überbrückungshilfe geeignet ist und wie sie beantragt wird. Fazit einer Teilnehmerin: „Ich habe mich sehr angenommen gefühlt in der Runde. Die fachliche Information war sehr detailliert und sehr gut erklärt.“

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