Berufswahl jenseits von Klischees

Der Deutsche Frauenrat, dem auch der B.F.B.M. angehört, ist jetzt der Initiative "Klischeefrei" beigetreten. In der Initiative haben sich zahlreiche Partnerinnen und Partner aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Forschung zusammengeschlossen. Gemeinsam machen sie sich stark für eine Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterstereotypen. Schirmherrin ist seit kurzem Elke Büdenbender, die Frau von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier.

Auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in Deutschland orientieren sich Frauen und Männer nach wie vor sehr unterschiedlich. Das betrifft sowohl die Ausbildungswege, die Mädchen und Jungen einschlagen, als auch die Ausbildungsberufe und Studienfächer, für die sie sich entscheiden. So sind männliche Jugendliche bei der dualen (60%) und weibliche Jugendliche bei der vollzeitschulischen Ausbildung (70%) überrepräsentiert. Innerhalb des eingeschlagenen Ausbildungsweges gehen beide Geschlechter dann weiterhin sehr unterschiedliche Wege: Fast drei Viertel der jungen Frauen und über die Hälfte der jungen Männer konzentrieren sich auf lediglich 20 duale Ausbildungsberufe, obwohl im dualen System fast 330 Ausbildungsberufe zur Verfügung stehen. Sowohl in den Schulklassen der berufsbildenden Schulen als auch an den Hochschulen zeigen sich bei der Fächerwahl der Studierenden ebenfalls deutliche Unterschiede zwischen jungen Frauen und Männern. 

Tatsächliche Begabungen und Interessen fördern

Häufig richten junge Menschen ihre Berufswahlentscheidung also nach überkommenen Mustern aus und schränken damit ihr Berufswahlspektrum stark ein. Dadurch wird nicht nur die freie Entfaltung der Persönlichkeit - und teilweise auch die Möglichkeit zur Existenzsicherung - eingeschränkt, sondern auch die Volkswirtschaft geschwächt: Nur wenn alle jungen Menschen ihre Fähigkeiten voll nutzen, können die gesamtwirtschaftlichen Wachstumspotenziale genutzt und der Fachkräftebedarf gesichert werden. 

„Wir müssen vorurteilsfreie Berufsorientierung in die Praxis tragen und junge Menschen unterstützen, ihren Lebens- und Berufsweg selbstbestimmt zu gestalten.“, erklärt Schirmherrin Elke Büdenbender. Die Initiative Klischeefrei (Link) vereint bundesweit Akteurinnen und Akteure aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Forschung, die sich aktiv für eine geschlechtsunabhängige Berufs- und Studienorientierung einsetzen. Das leistet die Initiative konkret: 

  • Sie stellt Anregungen und Beispiele Guter Praxis für eine klischeefreie Berufsorientierung zur Verfügung.
  • Sie erstellt Faktenblätter und Arbeitshilfen für die tägliche Arbeit mit Jugendlichen.
  • Sie berät z. B. Institutionen zum Thema geschlechtergerechte Berufsorientierung.
  • Sie vermittelt weiterführende Informationen und Veranstaltungshinweise.
  • Sie organisiert Fachtagungen.

„Wir engagieren uns als Partnerin der Initiative Klischeefrei, da wir gleiche Ziele und Anliegen verfolgen. Unser Ziel ist ein geschlechtersensibles und demokratisches, inklusives Bildungswesen mit emanzipatorischen Inhalten“, begründet Mona Küppers, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats die Gründe der Frauenlobby für den Beitritt zur Initiative „Klischeefrei“.

 

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